Chronik

bootstrap table

16. November 1954

Gründung

Am 16. November 1954 trafen sich im Jugendheim in Prächting der Ortspfarrer Georg Jung und 17 Männer des Ortes, um eine Idee zu verwirklichen, die schon in zahlreichen Abenden besprochen und diskutiert worden war. Vor allem Pfarrer Jung war es, der die jungen Männer für die Gründung einer Blaskapelle begeistern konnte. An jenem Dienstag im November wurde nun endgültig der Beschluss gefasst und man ging voller Idealismus ans Werk. Die Blaskapelle Prächting war aus der Taufe gehoben.

Obwohl in dieser Zeit noch die Nachwirkungen des 2. Weltkrieges überall spürbar waren, sahen die Musikidealisten es für selbstverständlich an, die notwendigen Instrumente aus eigener Tasche zu erstehen. Das teuerste Instrument einer Blaskapelle, die Tuba, konnte gebraucht in Unterbrunn erstanden werden.

Durch Vermittlung von Pfarrer Jung konnte als erster Dirigent Karl Keiling aus Bamberg, ein betagter, aktiver Musiker und Musiklehrer, gewonnen werden. Unter seiner Leitung wurden die ersten musikalischen Gehversuche unternommen und regelmäßige Proben abgehalten. An öffentliche Auftritte war in dieser Zeit noch nicht zu denken.

Juni 1955

Der Grundstein wird gelegt

Im Juni 1955 übernahm Wenzel Soder die Geschicke der Kapelle. Mit ihm kam ein Mann an die Spitze, der in unserer fränkischen Heimat ein weites Betätigungsfeld für seine musischen Neigungen und Fähigkeiten vorfand. Wenzel Soder lernte und vermittelte den Mitgliedern systematisch solide Grundkenntnisse in Harmonielehre und Blastechnik. Schon im Oktober 1955 anlässlich des Erntedankfestes an der Hankirche, war der erste öffentliche Auftritt der Prächtinger Blaskapelle unter seiner Leitung. Ihm ist es zu verdanken, dass er mit zäher Beharrlichkeit und Hingabe die Ausbildung der Musiker vornahm, und das bereits am 21. Juli 1957 anlässlich des 75-jährigen Gründungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Oberküps die Festtage musikalisch umrahmt werden konnten. Wenzel Soder hat in der Zeit seines Wirkens bis Juli 1960, und später noch einmal von 1966 - 1968 mit der Veitsberg Knabenkapelle aus Prächting, den Grundstein gelegt, der die Blaskapelle dieser kleinen Ortschaft heute noch auszeichnet. Neben Pfarrer Jung muss Wenzel Soder aus diesem Grund zu den eigentlichen Gründern der heutigen Kelbachtaler Blasmusik gezählt werden.

Durch sein unermüdliches Schaffen im Dienste des fränkischen Musikwesens erhielt der im Sudetenland geborene Musiker am 16. Oktober 1974 aus der Hand von Bezirkstagspräsidenten Anton Hergenröder die Oberfrankenmedaille verliehen.

Juli 1960

Ein neuer Wind

Johann Rudek, ein gebürtiger Oberschlesier und ausgebildeter Militärmusiker, übernahm die Kapelle im Juli 1960. Unter seiner Regie und seiner umsichtigen Führung und Leitung konnte sich die Prächtinger Blaskapelle weiterentwickeln. Seine Hauptaufgabe sah Rudek in der individuellen Ausbildung von Nachwuchskräften in der Schulung exakter Marsch- und Konzertmusik. Mit diesem Repertoire gehörte der Klangkörper mittlerweile zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Gemeinde Prächting und auch der näheren Umgebung. Als Beispiel sei hier das Mitwirken am Festzug des Lichtenfelser Schützenfestes im Jahre 1962 erwähnt und die Teilnahme an verschiedenen Musikfesten und Wertungsspielen des Nordbayerischen Musikbundes. Bis zu seinem gesundheitlich bedingten Rücktritt im Juli 1963 zählte die Kapelle bereits 25 Mann.

Mit Karl Wambach konnte anschließend ein Dirigent gewonnen werden, der neben solider Vollausbildung in jungen Jahren, und als langjähriger Militärmusiker mit fundiertem Können und mit noch mehr Idealismus nun die Kapelle führte. In die Zeit seines 7-jährigen Wirkens fielen einige bemerkenswerte Ereignisse. Als Meilenstein in der Geschichte der Blaskapelle muss ihr Mitwirken im Juli 1963 anlässlich der Primiz von Pater Sauer angesehen werden. Weitere markante Darbietungen und Arrangements waren das musikalische Umrahmen des Flurbereinigungsfestes 1965, die Einweihung des Schulhauses und die Eröffnungsfeier des Schützenhauses der Scharfschützen am Wolfsanger bei Prächting, verschiedene Konzerte und die Teilnahme beim Festzug anlässlich des Kriegerfestes in Döringstadt. Als fester Bestandteil konnte, monatlich einmal, ab 17. September 1967 regelmäßige Sonntagskurkonzerte mit der Kurverwaltung in Schwabthal vereinbart und durchgeführt werden. 1966 wurde erstmals einheitliche Kleidung der Musiker angeschafft und im Frühjahr 1968 wurde die Veitsberg Knabenkapelle in die Blaskapelle Prächting integriert.

April 1969

Ende einer Ära

Ein Krankenhausaufenthalt im April 1969 zwang Karl Wambach, sein Engagement für die Blasmusik erheblich einzuschränken. Doch eine unumgängliche Operation im August 1970 hatte zur Folge, dass er nunmehr den Dirigentenposten nicht mehr ausführen konnte. Mit dem endgültigen, aktiven Ausscheiden von Karl Wambach, dem technisch exzellenten Flügelhornisten, ging eine Ära zu Ende, die getragen war von einer steten Aufwärtsentwicklung der Kapelle in vielerlei Hinsicht. Neben den bereits erwähnten, großen Auftritten" konnte der aktive Bestand an Musikern gefestigt, das musikalische Programm erweitert und die Darbietungen mit beachtlichem Können vorgetragen werden. Karl Wambach hat sich damit um die Blaskapelle Prächting verdient gemacht.

Juni 1969

Georg Jung

Mit dem Tod von Pfarrer Georg Jung im Juni 1969 verlor Prächting den geistigen Vater ihrer Blaskapelle, die sich bis dahin in seinem Sinn und nach seinen Idealen entwickelt hatte.

Seit der Gründung wurde neben der musikalischen Weiterbildung besonders die Kameradschaft gepflegt und jede Möglichkeit genutzt, an kulturellen, kirchlichen und gesellschaftlichen Anlässen nicht nur innerhalb der Gemeinde Prächting ihren Beitrag zu leisten. Hier sei vor allem erwähnt, dass auch gerade die passiven Mitglieder durch Unterstützung jeglicher Art zum Gedeihen der Kapelle beigetragen haben. Regelmäßige Omnibusausflüge seit 1970 und die Pflege fränkischen Brauchtums wie Neujahr anspielen, Hochzeits-, Geburtstags-, Jubiläums- und Kirchweihständchen mit Hahnenschlag gehören zum festen Bestandteil eines Gesellschaftsjahres der Blaskapelle.

August 1970

Anton Zenk

Im August 1970 übernahm mit Anton Zenk ein junger Mann das verantwortungsvolle Amt des Dirigenten bei der Blaskapelle Prächting. Zenk, ein gebürtiger Kleukheimer, hatte sich schon in jungen Jahren unter der führenden Hand von Karl Schorr, Major a. D., der Blasmusik verschrieben und bis zur Übernahme des Amtes das notwendige Rüstzeug angeeignet. Er spielte bereits unter Balthasar Rothlauf in der Trachtenkapelle Ebensfeld und später unter Karl Wambach in der Blaskapelle Prächting. Anton Zenk war bei Amtsübernahme und erfolgreich abgeschlossener Dirigentenausbildung mit den Aufgaben und Problemen der Prächtinger Blasmusik bestens vertraut.

1973

Große Investitionen

Zu den regelmäßig laufenden Kurkonzerten in Schwabthal konnten ab 14. Mai 1972 erstmals auch in Kutzenberg während des Sommerhalbjahres die Sonntagskonzerte aufgeführt werden. Im Jahre 1973 wurde unter teils erheblichen, persönlichen Entbehrungen eine komplette Lautsprecher- und Gesangsanlage gekauft, um dem technischen Fortschritt, welcher sich zweifelsohne auch bei den Blaskapellen bemerkbar machte, Rechnung zu tragen. Noch im gleichen Jahr wurde der bisherige Name der Kapelle in ,,Kelbachtaler Blasmusik Prächting" umbenannt. Einheitliche Trachtenanzüge, die ein Jahr später angeschafft wurden, rundeten den Anpassungsprozeß der Kapelle ab. Mit dieser vorläufig letzten Maßnahme war man, sowohl in technischer als auch in optischer Hinsicht was das Auftreten der Kapelle betraf, für die folgenden Jahre bestens gerüstet.

1976

Ein Probenraum für die Musik

Auf Initiative von Josef Sommer, der seit mehr als 15 Jahren der Kapelle vorstand und außerdem im Gemeinderat erfolgreich tätig war, konnte mit Zustimmung seiner Vorstandschaft im Jahre 1976 im Schulhaus in Prächting ein kleiner Raum bezogen werden, in dem die Noten und Utensilien untergebracht werden konnten. Der Umbau des Kulturraumes, auch als Probenraum der Musik, konnte mit finanzieller Unterstützung der Gemeindeverwaltung mit ihrem 1. Bürgermeister Karl Sauer, und beträchtlichen Eigenleistungen der aktiven und passiven Musiker, sowie den Mitgliedern der übrigen Ortsvereine noch im Jahre 1977, kurz vor der Eingemeindung nach Ebensfeld, begonnen und abgeschlossen werden. Man hatte damit die Voraussetzung geschaffen, die es ermöglicht, unter zeitgerechten Bedingungen die regelmäßigen Übungsabende der Musiker abzuhalten, Besprechungen, Versammlungen, Feiern und Vorträge verschiedenster Art in gewohnter Umgebung für die Bürger durchzuführen. Die errungenen Pokale, Ehrenzeichen und Urkunden, sowie die Vereinsfahne des z. Zeit nicht mehr aktiven Gesangvereins, hatten nunmehr einen festen und würdigen Platz. Der Kulturraum wurde als ständige Stätte der Begegnung für die Bürger und Vereine dieses Ortsteils geschaffen, war dringend notwendig und wird auch in Zukunft ständig sinnvoll genutzt werden.

Hervorragende Zusammenarbeit

Neben all diesen organisatorischen Maßnahmen wurde das vorhandene musikalische Können in dieser Zeit stetig verfeinert und das Repertoire ständig erweitert. Prozessionen in Prächting, Kutzenberg und auf dem Veitsberg mit seinem herrlichen St. Veits Kirchlein wurden traditionsgemäß musikalisch umrahmt. Die hervorragende Zusammenarbeit mit Herrn Pfarrer Reichel, dem neuen Pfarrer Herrn Leonhard Meier und der Kirchenverwaltung ist nach wie vor mustergültig. Dass die Kelbachtaler als Inbegriff fränkischer Blasmusik angesehen werden kann, spiegelt sich vor allen Dingen bei ihren vielen Auftritten bei Schützen- und Volksfesten im oberfränkischen Raum, so z. B. der traditionellen Bamberger Sandkirchweih, wieder. Als vorläufiger Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte kann das letztjährige Gastspiel in Linswege an der Nordseeküste gewertet werden, welches allen Musikern und Begleitern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Mobirise
Vereinsanschrift

Kelbachtaler Blasmusik Prächting e.V.
Brauhausweg 8
96250 Ebensfeld OT Prächting

Kontakt

Telefon: 09573 / 7109
E-Mail:
info(ät)kelbachtaler-blasmusik.de